- C&I-Mittelstand
Eigenverbrauch
Selbsterzeugte PV-Energie zwischenspeichern und in verbrauchsstarke Zeiten verschieben — die häufigste Anwendung für Heim- und kleinere C&I-Speicher.
Worum es geht
Eigenverbrauchs-Optimierung verschiebt selbsterzeugte Energie aus PV-Anlagen in Zeiten höheren Verbrauchs. Wirtschaftlicher Hebel ist die Differenz zwischen dem Strombezugspreis aus dem Netz und der Einspeisevergütung — je größer der Abstand, desto höher der Wert jeder gespeicherten Kilowattstunde.
Eigenverbrauch ist die häufigste Anwendung für Speicher unter 30 Kilowatt Anschlussleistung sowie für kleinere C&I-Anlagen mit hohem Tageszeit-versetztem Verbrauchsprofil.
Auslegung
Die Speichergröße folgt aus drei Kennzahlen: PV-Anlagen-Größe, Jahresstromverbrauch und Verbrauchs-Tagesprofil. Eine Faustregel lautet: 1 Kilowattstunde Speicher pro 1 Kilowatt installierte PV-Leistung, auf die Untergrenze des Tagesverbrauchs begrenzt. Genauer ist eine Lastgang-Simulation über zwölf Monate, die Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad als Zielgrößen modelliert.
Wirtschaftlichkeit
Die Wirtschaftlichkeit hängt am aktuellen Preisspread zwischen Bezug und Einspeisung — und an der Speicher-Zykluszahl pro Jahr. Bei Heimspeichern werden 250 bis 320 Vollzyklen pro Jahr erreicht. Über eine Lebensdauer von zehn bis 15 Jahren summiert sich das auf 3 000 bis 4 800 Vollzyklen — ein Wert, der mit LFP-Zellen problemlos erreicht wird, mit NMC zur Grenze führt.
Was sich ändert
Mit jeder EEG-Novelle verschiebt sich das wirtschaftliche Profil. Sinkende Einspeisevergütung erhöht den Wert des Eigenverbrauchs, steigende Strombezugskosten ebenfalls. Sensitivitätsanalysen über zwei oder drei Strompreis-Szenarien gehören in jede Investitionsentscheidung — die Wirtschaftlichkeit allein an den heutigen Preisen festzumachen, ist im aktuellen Marktumfeld nicht belastbar.
Quellen
- EEG 2023 — § 3 Begriffsbestimmungen
- Fraunhofer ISE — Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien
- Bundesverband Solarwirtschaft — Marktdaten Photovoltaik